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Hochwasserschutz Kamp Unterlauf

17-11-2015 11:00

Feierliche Eröffnung

Das Hochwasser vom August 2002 verursachte enorme Schäden im gesamten Kamptal und dem nördlichen Tullnerfeld. Nach umfangreichen Projektierungsarbeiten wurden die Arbeiten zur Errichtung der Hochwasserschutzanlage am Unterlauf des Kamps 2007 begonnen und im Oktober 2015 abgeschlossen. Die Hochwasserschutzmaßnahmen erstrecken sich entlang dem Kamp von der Franz-Josefs-Bahn im Bereich Hadersdorf bis zum Anschluss an das Donauhochwasserschutzsystem im Bereich Jettsdorf.

Die Hochwasserschutzanlage ist als zweistufiges Schutzsystem konzipiert. Dabei wurden die bestehenden Dämme saniert und schützen bis zu einem etwa zehnjährlichen Hochwasser, mit einem Abfluss von 200 m³/s. Für den Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasserereignis, mit einer Wellenspitze von 550 m³/s, wurde ein vom Kamp abgerücktes, sekundäres Dammsystem errichtet um dem Kamp bei Hochwasser mehr Abfluss- und Retentionsraum zu geben. Dadurch konnte die Höhe der neuen Schutzanlage wesentlich reduziert werden. Die Dämme wurden über weite Strecken entlang von Wegen und mit flachen Böschungen ausgeführt, welche auch zukünftig landwirtschaftlich genutzt werden können. Damit konnte das Dammsystem harmonisch in das bestehende Landschaftsbild rund um das Schloss Grafenegg integriert werden.

Im Zuge der Errichtung des Hochwasserschutzsystems wurden die bestehenden Schutzdämme auf einer Länge von insgesamt 15,8 km saniert. Das sekundäre, neu errichtete Schutzsystem umfasst 11,7 Dammkilometer. Komplettiert wird die Hochwasserschutzanlage durch zwei Pumpwerke und vier Sielbauwerke. Ein Pumpwerk dient der Bewirtschaftung des Mühlkamps bei Hochwasser und eines der Grundwasserhaltung im Bereich Jettsdorf. Drei der vier Sielbauwerke sind für die Rückleitung des über das primäre Dammsystem entlasteten Hochwasserabfluss erforderlich und eines für die Absperrung des Mühlkamps.

Durch die Hochwasserschutzanlage am Unterlauf des Kamps, mit einem Gesamtbauvolumen von rd. 32 Mio. €, werden die Gemeinden Grafenegg, Gedersdorf, Hadersdorf-Kammern, Grafenwörth und Rohrendorf geschützt. Insgesamt sind nun rund 700 Objekte, darunter auch das Kraftwerk Theiß und mehr als 2.000 Bewohner vor den Fluten des Kamps sicher.

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