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Räumung Schmida und Stockerauer Arm

18-10-2012 11:22

Verbesserte Vorfluterfunktion der Schmida und des Stockerauer Armes im Europaschutzgebiet „Tullnerfelder Donauauen“

Die Verbesserung der Vorflutfunktion der Schmida und des Stockerauer Armes war Teil eines Masterplans zur Absenkung der hohen Grundwasserstände im nördlichen Tullnerfeld, der vom Donau Hochwasserschutz Wasserverband Tullnerfeld Nord betrieben wird. Die Räumung des Gerinnequerschnittes auf einer Länge von 18 Kilometer stellt einen wesentlichen Eingriff in die Ökologie eines Gewässers dar. Da die Schmida und der Stockerauer Arm sich in einem ökologisch sehr sensiblen Gebiet, dem Europaschutzgebiet „Tullnerfelder Donauauen“, befinden, wurden seitens der Naturschutzbehörde zahlreiche Auflagen vorgeschrieben, um den Eingriff so schonend wie möglich zu gestalten. So zeigte sich bei den Abfischungen vor Arbeitsbeginn der ökologische Bedeutung der Schmida als Fischgewässer. Immerhin fand man insgesamt 23 Fischarten, wobei auch unter Naturschutz stehende Arten wie der Schlammpeitzger und der Steinbeißer vorkamen.

Die Räumungsarbeiten wurden von den Mitarbeitern des Amtes der NÖ Landesregierung, Abt. WA3, durchgeführt und trotz großer Widrigkeiten zeitgerecht umgesetzt. Die Strecke wurde in Abschnitte unterteilt, wobei im Winter 2011/2012 ca. 11 Flusskilometer geräumt wurden und 3 Abschnitte vorerst verschont wurden. Nach einem Baustopp vom April bis Juni 2012, zur Brutzeit der Vögel und Laichzeit der Fische , wurden die Räumungsarbeiten im Juli und August 2012 fortgesetzt. Um die restlichen 7 Flusskilometer zeitgerecht fertigzustellen, waren zuletzt 12 Bagger im Einsatz.

Die Arbeiten gestalteten sich aufgrund des hohen Wasserstandes, des großen Zeitdruckes und anderer Rahmenbedingungen wie z.B. der extremen Kälteperiode im Jänner und Februar dieses Jahres schwierig. Durch die Errichtung von Inseln, Totarmen, Aufweitungen und Tiefstellen wurde versucht, die Strukturvielfalt im Gerinne zu verbessern und so wiederrum gute Lebensbedingungen für das Ökosystem der Schmida zu schaffen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Ufer sehr schnell wieder besiedelt werden und der Eingriff in kurzer Zeit nicht mehr sichtbar ist.

Die Hydroingenieure Umwelttechnik waren für die Einreichplanung sowie für die technische und ökologische Baubegleitung (in Zusammenarbeit mit dem Büro ezb) verantwortlich. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. € 960.000 und werden aus Bundes- und Landesmitteln gefördert.

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